Wöchentliche Andacht in Zeiten der Corona-Krise

Die Wochenandacht kommt von Pfr. Oliver Cremer, Kirchengemeinde Rosbach/Sieg

Pfingst-Andacht: Gott schenkt festliche Freude

30.05.2020 | Andacht

„Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!“ Psalm 118,27. Eine Andacht von Oliver Cremer, Pfarrer in der Kirchengemeinde Rosbach.

Wem schenke ich mein Vertrauen? Wem glaube ich? Auf wen verlasse ich mich? Oft sind es die Erfahrungen mit anderen Menschen, die meine Vertrauensfähigkeit maßgeblich prägen. Positive Erfahrungen bestärken mich – Enttäuschungen lassen mich dagegen skeptisch werden. Das gilt sowohl im Kleinen: in unseren Familien, im Freundeskreis, im Dorf, in der Gemeinde, genauso wie im Großen: in der Politik und den Medien.

In unserem Land nehme ich an manchen Stellen einen Vertrauensverlust wahr: Das betrifft politische Entscheidungen, die Corona-Maßnahmen, die Berichterstattung in den Medien und auch unsere Kirche. Vertrauen benötigt immer wieder positive Erfahrungen. Worte allein reichen dazu oft nicht aus. In einer Zeit, in der Begegnungen eingeschränkt sind, in der man sich wegen Kontaktbeschränkungen nicht umarmt oder in die Augen schaut, in der man sich aus dem Blick verliert und kaum noch von einander hört – da verlieren wir sowohl einzeln als auch als Kirche fast automatisch an Vertrauen.

Wie kann man dem entgegen wirken? Was hilft? Wer stärkt unserer Vertrauen? In Psalm 118 hat der Beter erfahren, dass man sich auf Gott verlassen kann. Er hat erlebt, dass Gott ihm aus größter Not gerettet hat. So hat Gott ihm wieder Wege zum Leben, Wege zur Gemeinschaft, Wege ins Haus Gottes eröffnet. Er hat gespürt, dass Gott eingreift. Das lässt ihn für die Zukunft vertrauen.

Zwei sehr pfingstliche Dinge

Im Psalmvers oben lesen wir von zwei sehr pfingstlichen Dingen: Gott erleuchtet seine Gemeinde und Gott schenkt ihr festliche Freude. Beides gehört hier direkt zusammen. Die Freude darüber, dass Gott vertrauenswürdig ist, dass er bei allen zweifelhaften Worten, die uns begegnen, das Wort spricht, das uns verändert, uns hoffen lässt, uns Licht und Kraft schenkt. Wo Menschen das erfahren, schauen Sie auf Gott, erfreuen sich an ihm und feiern das miteinander. Sie schmücken Gottes Haus zum Zeichen seiner heilvollen Gegenwart und feiern ihren rettenden Gott. Wo das geschieht wohnt Gottes Geist, erleuchtet Gott seine Gemeinde, vertreibt er die Mutlosigkeit und führt sie in seine heilvolle Zukunft. Darauf möchte ich vertrauen.

Komm, Heiliger Geist, und schaffe alles neu!
Wir sind in Unruhe.

Komm mit deiner Weisheit.
Viele sind verunsichert.

Komm mit deiner Klarheit.
Die Mächtigen sind uneins.

Komm mit deinem Rat.
Die Kranken sehnen sich nach Heil.

Komm mit deiner Stärke.
Die Wissenschaftler und Forscherinnen mühen sich.

Komm und schenke ihnen Erkenntnis.
Die Traurigen verlieren den Mut.

Komm mit deinem Trost.
Deine Gemeinde sehnt sich danach,
zu singen und gemeinsam aufzuatmen.

Komm und berühre deine Menschen.
Brich mit uns zusammen auf.

Geht mit uns hinaus ins Weite
und heile uns.

Komm, wir warten!
Komm, Heiliger Geist, und schaffe alles neu!
Amen.

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