Wochenandacht

Andacht: Unauslöschlich eingraviert

„Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind“ (Lukas10,20). Gedanken zum Monatsspruch Februar von Pfarrer Andreas Spierling aus Bergneustadt

Als Kind war ich mächtig stolz darauf, auf der Einladungsliste eines Kindergeburtstages zu stehen. Neben weiteren zehn Jungs war ich dabei. Tolle Spiele, leckerer Kuchen, selbst etwas geschenkt bekommen und glücklich einschlafen können. Dazu gehören und anerkannt zu sein, das ist auch schon in frühen Jahren prägend.

Schade nur, dass ich bei einem anderen Kind nicht dabei sein durfte. Aber der war ja sowieso blöd. Auf eine so öde Party hätte ich ohnehin keine Lust gehabt. Allerdings leider auch: kein Kuchen, keine Spiele, keine Geschenke und mit Wut und Enttäuschung im Bauch einschlafen… Nicht dazu zu gehören und nicht anerkannt zu sein ist ebenfalls in frühen Jahren prägend.

So setzen wir alles dran geliebt und wertgeschätzt zu werden. Der Mühe ist es allemal wert – gerade im Familien- und Freundeskreis.

Aber wie oft verbiegen wir uns auch, um anderen zu gefallen. Die Spielwiese ist recht groß und wir haben darin Übung. Zufrieden und glücklich macht es aber nicht.  

Natürlich gibt es auch immer wieder Dinge, die uns einfach so gelingen. Das gibt Auftrieb und motiviert.

Die Jünger haben eine solche Erfahrung gemacht. Lukas berichtet davon, dass Jesus 72 Leute zu einem Missionseinsatz wegschickt. Sie sollen Kranke heilen, bei Fremden übernachten, predigen! Volles Programm! Bei ihrer Rückkehr überschlagen sie sich mit ihren Berichten. Begeistert erzählen sie von ihren Erfolgen und dass ihnen sogar die Geister untertan sind.

Mit strahlenden Augen sehen sie auf Jesus. Er müsste sich jetzt eigentlich ihre Namen notieren, um sie für noch größere Aufgaben vorzusehen. Es gerät ja so manches in Vergessenheit.

„Ich habe euch bei eurem Namen genannt“

Allerdings holt Jesus sie auf den Boden der Tatsachen zurück. „Ich schreibe eure Namen nicht auf. Auch wenn ihr so viel in meinem Namen bewirkt habt.“

Das ist frustrierend und prägend. Kann man es Jesus jemals recht machen? Es stimmt wohl, dass es leichter ist, dass sich ein Kamel durch ein Nadelöhr quält, als dass ein Mensch ins Reich Gottes kommt – egal ob reich oder arm.

Wie gut, dass es einen gravierenden Fehler in meinen Gedanken gibt.

Jesus sagt nämlich: Ich schreibe euch deshalb nicht auf den Zettel, weil ihr schon längst darauf steht.    

Ich habe euch bei eurem Namen genannt und liebevoll und mit Herz in das Buch des Lebens geschrieben – weil ich euch liebe!

Eure Namen sind schon jetzt im Himmel verzeichnet – ich habe es getan. Kein anderer und keine noch so gute Aktion kann das bewirken; auch kein Misserfolg und keine noch so große Schuld.  

Ihr gehört zu mir und niemand wird euch aus meiner Hand reißen, niemand wird einen Strich durch die Namensliste machen. Wen ich liebe, den lasse ich niemals wieder los, dessen Name ist unauslöschlich in mein Herz eingraviert.

Darum: Liebe Leserinnen und Leser! Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.

Andreas Spierling

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