Wochenandacht

Andacht: Vorhang auf!

Eine Andacht von Andreas Spierling, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Bergneustadt

„Vorhang auf, Bühne frei…! Jetzt geht´s los! Wir sind nicht mehr aufzuhalten.  Jetzt geht´s los, hier spielt die Musik.“ So hat es die Kölner Gruppe „De Höhner“ 1998 auf den Punkt gebracht. Bühne frei, das Leben feiern. Hier hält uns nichts mehr auf. Raus auf die Gassen und die Freiheit miteinander leben. Nein – aufhalten kann uns keiner mehr. Wo wir sind, da spielt die Musik.

Ich finde diesen Gedanken im Blick auf das Pfingstfest faszinierend. Pfingsten hat für mich immer etwas mit Begeisterung zu tun. Irgendwie bleibt kein Stein auf dem anderen und alles wird neu. Da hält es die Menschen nicht mehr auf den Plätzen und sie rufen hinaus, was ihnen auf dem Herzen liegt. Sie erzählen von den wunderbaren Taten Gottes. Gottes Geist hatte ihnen die Herzen geöffnet und nun muss es raus: Gott ist der Schöpfer allen Lebens. Er hat in Jesus seine Geschöpfe aufgesucht und zum Leben durch Tod und Auferstehung befreit. Der Himmel ist offen. Was für eine Begeisterung.

Es bricht sich Bahn, was Jesus seinen Vertrauten gesagt hat: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der zu euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein.“ (Apostelgeschichte 1,8)

Auf diesem Hintergrund gönnen Sie sich die Zeit und lesen einmal Apostelgeschichte 2! Es lohnt sich.

Da lässt unser Gott nicht nur ein laues Pfingstlüftchen wehen. Nein – hier darf es mal richtig zur Sache gehen. „Volles Programm“ – würde man heute sagen. Da wird aufgewirbelt, was sich verfestigt hatte, da öffnet sich der Himmel, der zuvor verhangen war. Da ist der Regisseur des Lebens in seinem Geist am Werk. Der Vorhang öffnet sich und die Bühne ist frei. Er stellt die Ausstattung zu Verfügung und befähigt die Akteure zum Handeln.

So erzählen sie aus Begeisterung heraus von den wunderbaren Taten Gottes und alle verstehen es. Das kriegen auch die mit, die bisher in Glaubensdingen sehr zurückhaltend waren. Sie öffnen neugierig ihre Türen und der ein und die andere lassen sich mitreißen zur Feier des Lebens.

Wir sind nicht mehr aufzuhalten – das wünsche ich mir für uns Christen von Herzen, dass uns nichts mehr zurückhält, vom Heiligen Geist befähigt und getrieben von den großen Taten Gottes zu erzählen.

Stimmen Sie heute noch ein: „Unser Leben sei ein Fest. Jesu Geist in unserer Mitte. Jesu Werk in unseren Händen, Jesu Geist in unseren Werken.“ (Evangelisches Gesangbuch 571)

Also: Die Bühne ist frei. Sind wir noch aufzuhalten?

Ihr Pfarrer

Andreas Spierling

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