Tägliche Andachten in Zeiten der Corona-Krise

Wenn wir schon auf so viel direkte Begegnung und Gemeinschaft und das gemeinsame Hören auf Gottes Wort verzichten müssen, wollen wir wenigsten online zusammen sein. In Verbindung mit dem Kirchenkreis gibt es hier tägliche Andachten:

Michael Braun: Gottes Wille – ein guter Tipp

Ab heute möchten wir Ihnen und uns mit einer täglichen Andacht zur Tageslosung einen Impuls für den Tag geben, der die aktuelle Corona-Krise als Chance begreifen lässt. Den Auftakt macht Superintendent Michael Braun.

Übe dich darin, den Willen Gottes zu tun“ – die heutige Losung aus 1. Timotheus  4, 7 klingt wie ein guter Leitspruch für diesen Dienstag, und viele machen genau das: sich darin üben, Gottes Willen zu tun.

Mitten in der aktuellen Situation sehe ich viele Menschen, die mit neuer Freundlichkeit und Nächstenliebe auf andere Rücksicht nehmen.

Vor einer Bäckerei in Gummersbach sind lange Schlangen; nicht, weil die Leute hamstern, sondern, weil sie immer nur zweit im Laden sind und man rücksichtsvoll ein wenig Abstand lässt – mit Geduld und einem Lächeln.

„Soll ich ihnen etwas mitbringen oder gleich für Sie einkaufen?“, wird die ältere Dame im Hausflur gefragt, denn jeder weiß, dass sie zur Risikogruppe gehört und besser nicht in die Stadt gehen sollte.

„Du kannst Deine Kinder heute gerne zu mir bringen, ich kann zuhause bleiben“,  und so findet sich am Telefon für einen Tag oder mehrere eine unproblematische Lösung bei geschlossenen Schulen und Kindergärten.

Das gute Gefühl, etwas in unserer Welt positiv zu verändern

Eine solche Ausnahmesituation bringt in vielen Menschen Gutes zum Vorschein, und dafür gilt es Danke zu sagen.

Danke für die Hilfsbereitschaft und die Freundlichkeit. Danke aber auch, weil andere Menschen sich helfen lassen. Denn Hilfe hilft nicht nur denen, denen geholfen wird, sondern auch den Helferinnen und Helfern. Wer anderen hilft, tut sich immer selbst etwas Gutes. Helfen lenkt von eigenen Sorgen ab. Helfen schenkt das gute Gefühl, etwas in unserer Welt positiv verändert zu haben.

„Übe dich darin, den Willen Gottes zu tun“, ich glaube fest, dass Gott seine Gebote, Gleichnisse und Worte uns nicht aufgeben hat, damit wir allein ihm Gutes tun und sein Wille geschieht, sondern Gott hat uns all das gegeben, damit wir für unser Leben und das der Menschen um uns herum viel Gutes finden und tun.

Umso schöner, wenn das gerade jetzt passiert, da wir auf einander angewiesen sind und viel Gutes gut gebrauchen können. Danke dafür!

Ihr Pfarrer Michael Braun, Superintendent des Kirchenkreises An der Agger

 www.ekagger.de | jth | Foto: Kirchenkreis An der Agger/J. Thies

300.000-Euro-Spendenmarke geknackt

Foto: Karl-Willi Krämer – von links: Lions-Club-Organisator und Geschäftsmann Heinz Kreiensiek, Pfarrer Uwe Selbach, Künstler und Präsident des Lions-Club-Gummersbach David Uessem, Dr. Dieter Borchers (Lions Hilfswerk), Superintendent Michael Braun, Ev. Kirchenkreis An der Agger, und Pfarrer Markus Aust.

Wer hätte das gedacht? Als wir mit der Kirchturmsanierung begannen, waren einige skeptisch, ob wir überhaupt 100.000.-€ an Spenden zusammen bekämen. Nun haben wir – dank Ihrer großartigen Unterstützung – die 300.000-Euro-Spendenmarke geknackt. Unser neuer Superintendent, Michael Braun, hat es treffend auf den Punkt gebracht: Die große Spendenbereitschaft zeigt die „hohe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Kirche, nicht nur in Gummersbach“.

Neben den vielen Einzelspenden, die uns gerade in der Vorweihnachtszeit zuflossen, brachte eine großartige Aktion des Lions- Clubs-Gummersbach unserem Spendenkonto ein Plus von 20.000.-€.

Lions-Club-Organisator Heinz Kreiensiek hatte die Idee zu einem außergewöhnlichen Konzert eineinhalb Jahre vor der eigentlichen Durchführung am 10.November vergangenen Jahres. Da die Glocken der Kirche aus Sicherheitsgründen nicht mehr läuten konnten, sei ihm ein Konzert des renommierten Handglockenchors Wiedensahl doch sehr passend vorgekommen. „Da die Glocken im Dom zurzeit nicht mehr läuten, klingelte es bei mir“, so der Initiator, „und etwas Passenderes als Handglocken muss man erst einmal finden.“ Die Idee fand bei den Lions und der Kirchengemeinde viel Anklang, gemeinsam mit Pfarrer Uwe Selbach, unserer Kantorin Annette Giebeler und dem Chorleiter des Handglockenchores, Thomas Eickhoff, wurde ein Konzertprogramm geschaffen, dessen Höhepunkt ein gemeinsames Lied vom Handglockenensemble und dem Gummersbacher Gospelchor war. Der Andrang im November war so groß, dass die Veranstaltung auch ins Gemeindehaus übertragen wurde. Insgesamt verfolgten rund 700 Menschen die Aufführung, die Kreiensiek jetzt noch „bombastisch“ nennt. Die an den Ausgängen abgegebenen- und die per Überweisungsträger getätigten Spenden erbrachten 10.200.-€. Diesen Betrag stockte der Lions Club Gummersbach auf 20.000.-€ auf. Am 17. Februar durften wir die Spende in Empfang nehmen.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Lions-Club Gummersbach, bei Heinz Kreiensiek, dem Organisator und allen Beteiligten. Natürlich danken wir auch Ihnen, die Sie für die Turmsanierung einen kleinen oder großen Betrag gespendet haben. Ist unser Turm saniert, so sollte er durch seine neue Armierung und die vielen ausgetauschten Steine die nächsten 1000 Jahre sicher stehen, so können wir es mit einem Schmunzeln behaupten. Nach der Außensanierung des Mauerwerks, des Neuverputzes und des Anstriches wird die Innensanierung des Turmhelms und des Glockenstuhles anstehen. Welche Kosten noch neben den für die Außensanierung bis jetzt schon errechneten 1,5 Mio. Euro  für die  anstehende Innensanierung auf uns zukommen, steht noch nicht fest. Ich schließe dankend meinen kurzen Bericht mit dem CVJM- Wahlspruch: „Mit Jesus Christus mutig voran!“

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Pfr. Aust

Wer soll das bezahlen?

Kirchturmsanierungskosten wachsen von 900.000 Euro auf geschätzte 1,5 Mio.

Am 16. und 18. April d.J. gab es Turmbegehungen mit Architekt Peter Wirsing, dem Statiker Reiner Lemke, Mitgliedern des Bauausschusses, unserem Heimatforscher Uwe Brustmeier und den Fachleuten vom Denkmalschutz.  Nachdem der Zementputz größtenteils abgeschlagen war, konnte sich die Gruppe ein Bild von dem Zustand der Steine des Mauerwerks machen. Das Ergebnis war katastrophal. Dr. Klaus-Ludwig Thiel vom Amt für Denkmalpflege im Rheinland erklärte, er habe in seiner 30-jährigen Berufsgeschichte noch kein Mauerwerk gesehen, in dem die Steine so zerstört gewesen waren. Woher diese schlechte Beschaffenheit der Steine herrührt, ist unklar. Hatte man in den 60ger Jahren mit einem Zementputz (Hartputz) einfach darüber geputzt oder hat der Zementputz, der keine Feuchtigkeit von innen nach außen lässt, dafür gesorgt, dass die darunter liegenden Grauwacke- Steine bei Frost zerplatzten?

In jedem Fall sorgt der schlechte Zustand des Außenmauerwerkes für explosionsartige Kostensteigerung. Denn nicht nur rund 70 % der Steine des Außenmauerwerkes müssen gegen neue ausgetauscht werden, sondern eine kostspielige Verankerung und statische Ertüchtigung muss eingebaut werden. Das bedeutet, dass nicht nur Ringanker eingezogen werden müssen, sondern etwas alle 50 cm zusätzliche Edelstahlsicherungsanker, die dem Bauwerk nachhaltige Stabilität für die nächsten Jahrhunderte geben. Zusätzlich wird durch diese hohlen Sicherungsanker Mörtel in das Innere des Mauerwerkes gespritzt. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet das, das wir über die bisher geplanten Kosten von rund 900.000.- Euro noch einmal rund 320.000.- Euro drauflegen müssen. In diesen Kosten sind noch nicht die Innensanierungen am Glockenstuhl und am Holztragewerk der Turmspitze  eingerechnet. Diese Kosten werden noch ermittelt und werden sich schätzungsweise auf 150.000-200.000.- Euro belaufen, sodass wir ausschließlich für den Turm auf eine Bausumme von knapp 1.5 Mio. Euro kommen werden. Im Zuge der Turmsanierung soll noch eine Außentoilette in die Hangseite gebaut werden und ein barrierefreier Zugang zum Seitenportal.

Danach werden unsere finanziellen Mittel mehr als erschöpft sein. Vermutlich wird es in den nächsten zehn bis zwanzig Jahre keine weiteren grundlegenden und umfassenden Sanierungsmaßnahmen am Lang- und Querschiff geben, es sei denn, ein finanzielles Wunder tritt ein.

Am 3. Mai riefen wir die Gummersbacher öffentlich zu einer Bürgerversammlung zusammen, weil die Kirchengemeinde die Kosten für die Sanierung alleine nicht stemmen kann. (Die Presse berichtete) Abgesehen von der Unterstützung durch die Sparkassenstiftung in Höhe von maximal 50.000.- Euro, gestaffelt auf einen 20%igen Aufschlag auf jede Spende, fehlen uns noch jede Menge Groß-Unterstützer. 

Eine ganz wichtige Entscheidung im Blick auf das Erscheinungsbild des Kirchturms traf das Presbyterium am 6. Mai. Schon bei der Bürgerversammlung wurde darüber gesprochen, ob der Kirchturm steinsichtig werden sollte oder mit einer dünnen weiße Kalkschlämme  oder mit einem wasserdurchlässigen Kalkputz versehen werden sollte. Viele Argumente wurden ausgetauscht und abgewogen. Das Denkmalamt hatte alle drei Möglichkeiten genehmigt. Das Presbyterium entschied sich für den Verputz mit weißem Anstrich, so wie es die Gummersbacher seit 50 Jahren gewohnt sind.

Zuletzt noch ein Blick auf das Spendenbarometer. Wie üblich ist in den ersten Monaten eines Jahres der Spendenfluss mäßiger.  Im letzten Bericht konnte ich einen sensationellen Sprung von 45. 000.- Euro vermelden. Dennoch sind beeindruckende weitere 9.810.- Euro hinzugekommen, so dass wir jetzt einen aktuellen Spendenstand von 140.055.- Euro haben. Ganz herzlichen Dank im Namen des Presbyteriums an alle treuen Unterstützer.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr

Markus Aust, Pfr., Vorsitzender des Presbyteriums

Foto: Markus Aust