Wochenandacht

Andacht: Ein Zustand des Glücks

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ So findet sich der Wochenspruch für die kommende Woche in Matthäus 5,9 in unserem liturgischen Kalender. Eine Andacht von Pfarrer Matthias Weichert

„Das Adjektiv selig bezeichnet: einen religiösen Begriff, siehe Seligsprechung oder: den Zustand völliger Erlösung, siehe Seligkeit.“ So definiert es Wikipedia. Um selig gesprochen zu werden, bedarf es eines Martyriums oder eines nachgewiesenen Wunders. Das ist sehr aufwändig und per se für einen Evangelischen nur schwer zu erreichen. Ob man das auch so will, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Seligkeit bezeichnet aber auch einen Zustand der vollendeten Erlösung beziehungsweise des Heils, aber auch des Glücks.

Ich schließe mich der an letzter Stelle genannten Definition an – ein Zustand des Glückes ist es, Frieden zu stiften. Dabei sollte nicht davon ausgegangen werden, dass der Frieden mit dem verwechselt wird, dass alle Konflikte unter den Teppich gekehrt werden – nein, es ist ein Flow der dann aufkommt, wenn wir völlig losgelöst von dem, was uns umgibt, uns ganz und gar einer Sache verschrieben haben – ein Gefühl was aufkommt beim Laufen – oder Segeln…

Und aufkommt, wenn es gelingt in diesen Zeiten in denen wir leben, Frieden zu stiften – in der Bedeutung von entwickeln, unterstützen und herbeiführen.

Erinnert sei an eine Geschichte, in der ein gutes Bild zum wahren Frieden gesucht wurde. Preisträger war folgendes Motiv: Ein rauschender Wasserfall fällt donnernd in die Tiefe. Der Himmel bedeckt mit dunklen Wolken, es mag ein Unwetter kommen. Aber diejenigen, die das Bild ganz genau betrachten, können neben den niederstürzenden Wassermassen auf einer Klippe neben dem Wasserfall einen Vogel in einem Nest erkennen. Der Vogel liegt darin geborgen – trotz allem Getöse. „Das ist das Gemälde, das den Preis verdient. Denn wahrer Friede ist nicht die Abwesenheit des Sturms, sondern die Ruhe inmitten des Sturmes.“ So die Jury. Glücklich sind die, die wahren Frieden stiften, entwickeln, unterstützen und inmitten des Sturmes sich geborgen wissen.

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